Wer Radschrauben, Fahrradteile oder andere Schraubverbindungen mit einem vorgegebenen Anzugsmoment befestigen möchte, braucht nicht nur einen passenden Drehmomentschlüssel. Entscheidend ist auch, den vorgesehenen Newtonmeter-Wert korrekt einzustellen und das Werkzeug richtig zu bedienen. Schon kleine Bedienfehler können dazu führen, dass eine Verbindung zu locker bleibt oder stärker angezogen wird als vorgesehen.
Einen Drehmomentschlüssel einstellen zu können, ist bei den verbreiteten mechanischen Klick-Drehmomentschlüsseln einfacher, als die zwei Skalen zunächst vermuten lassen. Hauptskala und Feinskala werden zusammen abgelesen, anschließend wird der eingestellte Wert arretiert. Welche Besonderheiten dabei gelten, hängt jedoch vom jeweiligen Modell ab, weshalb die Bedienungsanleitung des Herstellers immer Vorrang hat. Damit gehört der Drehmomentschlüssel zu den Werkzeugen, die beim Heimwerken an Auto, Fahrrad und Haushaltsgeräten für nachvollziehbare Ergebnisse sorgen.
Kurz erklärt: Um einen mechanischen Drehmomentschlüssel einzustellen, lösen Sie zuerst die Arretierung, wählen den Grundwert auf der Hauptskala und ergänzen den Rest über die Feinskala am Griff. Verriegeln Sie die Einstellung anschließend wieder. Ziehen Sie die Schraube langsam und gleichmäßig an und stoppen Sie sofort, sobald der Schlüssel hör- oder fühlbar auslöst.
Was bedeutet das eingestellte Drehmoment?
Das Drehmoment beschreibt die Drehwirkung einer Kraft und wird bei Schraubverbindungen üblicherweise in Newtonmetern, kurz Nm, angegeben. Ein bestimmter Nm-Wert soll dafür sorgen, dass eine Schraubverbindung die vorgesehene Vorspannung erhält, ohne Bauteile, Gewinde oder Schrauben unnötig zu belasten. Deshalb sollte der Sollwert nicht nach Gefühl gewählt werden, sondern aus den technischen Angaben des jeweiligen Herstellers stammen.
Gerade beim Räderwechsel am Auto darf nicht einfach ein vermeintlicher Standardwert übernommen werden. AUTO BILD weist darauf hin, dass Fahrzeughersteller das vorgeschriebene Anzugsmoment in den Modellunterlagen angeben und bei Zubehörfelgen die Dokumentation des Felgenherstellers maßgeblich sein kann. Die tatsächlich benötigten Werte unterscheiden sich je nach Fahrzeug, Felge und Schraubverbindung erheblich.
Wie ist die Skala eines Drehmomentschlüssels aufgebaut?
Bei vielen mechanischen Klick-Drehmomentschlüsseln befinden sich zwei Skalen am Werkzeug. Die Hauptskala sitzt auf dem Schaft und zeigt größere Nm-Schritte, während die umlaufende Skala am drehbaren Griff für die Feineinstellung verwendet wird. Der eingestellte Gesamtwert ergibt sich aus beiden Anzeigen zusammen.
Wie fein diese Skalen unterteilt sind, ist modellabhängig. Bei einem Werkzeug können beispielsweise 10-Nm-Schritte auf dem Schaft und einzelne Newtonmeter am Griff verwendet werden, während andere Modelle eine andere Teilung besitzen. Wera beschreibt bei seinen Click-Torque-Modellen ebenfalls eine Einstellung und Sicherung des Vorgabewerts über Haupt- und Feinskala.
| Bauteil | Aufgabe |
|---|---|
| Hauptskala | Zeigt den grundlegenden Drehmomentwert beziehungsweise größere Einstellschritte |
| Feinskala | Ergänzt den Grundwert um kleinere Zwischenschritte |
| Mittellinie | Dient als Bezugspunkt zum genauen Ablesen |
| Drehgriff | Verändert den eingestellten Drehmomentwert |
| Arretierung | Verhindert ein unbeabsichtigtes Verstellen während der Arbeit |
| Ratschenkopf | Nimmt die passende Stecknuss auf |
Drehmomentschlüssel einstellen: Anleitung in 7 Schritten
Bevor Sie beginnen, prüfen Sie zunächst den zulässigen Arbeitsbereich Ihres Schlüssels. Ein benötigter Wert darf weder unterhalb des Mindestwerts noch oberhalb des maximalen Einstellbereichs liegen. Ist beispielsweise ein sehr kleines Drehmoment gefordert, kann ein kleinerer Drehmomentschlüssel die bessere Wahl sein als ein großes Modell für Radschrauben.
1. Vorgeschriebenes Drehmoment ermitteln
Suchen Sie zuerst den exakten Sollwert für die betreffende Schraubverbindung heraus. Beim Auto sind Fahrzeughandbuch und technische Herstellervorgaben die richtige Anlaufstelle, während bei Zubehörfelgen zusätzlich die Angaben des Felgenherstellers entscheidend sein können. Bei Fahrrädern, Maschinen oder anderen Bauteilen sollten entsprechend deren technische Unterlagen herangezogen werden.
2. Richtige Einheit kontrollieren
Prüfen Sie, auf welcher Seite der Skala Newtonmeter angegeben sind. Manche Werkzeuge besitzen zusätzlich eine Skala in lbf·ft beziehungsweise ft·lb, sodass die falsche Seite leicht zu einem erheblich abweichenden Einstellwert führt. Übernehmen Sie Zahlen daher nie, ohne gleichzeitig die dazugehörige Einheit zu kontrollieren.
3. Arretierung lösen
Entriegeln Sie den Einstellmechanismus entsprechend der Anleitung Ihres Modells. Je nach Konstruktion wird dafür beispielsweise eine Konterschraube gelöst, eine Verriegelung verschoben oder ein Mechanismus am Griff betätigt. Erst danach sollte sich der Griff ohne unnötigen Widerstand auf den gewünschten Wert einstellen lassen.
4. Grundwert auf der Hauptskala wählen
Drehen Sie den Griff bis zu dem Hauptskalenwert, von dem aus sich der gewünschte Sollwert korrekt einstellen lässt. Bei einem klassischen System wird dafür zunächst der nächstpassende Grundwert auf dem Schaft eingestellt. Die Bezugskante des Griffs und die entsprechende Linie auf der Hauptskala müssen dabei genau zueinander ausgerichtet sein.
5. Restwert über die Feinskala ergänzen
Nun erfolgt die Feinjustierung über die umlaufende Skala am Griff. Die Feinskala ergänzt den bereits eingestellten Grundwert so lange, bis beide Werte zusammen das gewünschte Drehmoment ergeben. Achten Sie darauf, dass die entsprechende Markierung exakt an der Mittellinie steht.
6. Einstellung wieder verriegeln
Sobald der Zielwert eingestellt ist, wird der Griff wieder arretiert. Dadurch kann sich die Einstellung beim Ansetzen, Umgreifen oder Anziehen nicht unbeabsichtigt verändern. Kontrollieren Sie anschließend noch einmal Hauptskala, Feinskala und Einheit.
7. Schraube gleichmäßig bis zum Auslösen anziehen
Setzen Sie die passende Stecknuss gerade auf die Schraube und ziehen Sie den Schlüssel ruhig und gleichmäßig. Sobald der Auslösemechanismus hör- oder fühlbar reagiert, beenden Sie die Bewegung sofort. Wera beschreibt diesen Mechanismus ebenfalls als deutlich hör- und fühlbares Signal beim Erreichen des eingestellten Drehmomentwertes.
Beispiel: Wie stellt man einen Drehmomentschlüssel auf 115 Nm ein?

Angenommen, die Herstellerangabe verlangt 115 Nm und Ihr Werkzeug besitzt auf der Hauptskala einen Wert von 110 Nm sowie eine Feinskala in 1-Nm-Schritten. Dann stellen Sie zuerst die 110-Nm-Position an der Hauptskala ein und drehen die Feinskala anschließend auf 5. Zusammen ergeben beide Einstellungen die gewünschten 115 Nm.
Das Rechenprinzip lautet in diesem Beispiel daher 110 Nm + 5 Nm = 115 Nm. Entscheidend ist allerdings nicht das konkrete Zahlenbeispiel, sondern die Teilung Ihres eigenen Werkzeugs, denn Drehmomentschlüssel können unterschiedlich aufgebaut sein. Lesen Sie deshalb vor dem ersten Einsatz die Bedienungsanleitung und prüfen Sie, wie Haupt- und Feinskala bei Ihrem Modell zusammenarbeiten.
Drehmomentschlüssel richtig anwenden
Selbst ein exakt eingestellter Schlüssel liefert kein zuverlässiges Ergebnis, wenn er anschließend falsch verwendet wird. Ziehen Sie deshalb langsam und kontrolliert am vorgesehenen Griffbereich und vermeiden Sie ruckartige Bewegungen. AUTO BILD empfiehlt ebenfalls ein langsames und gleichmäßiges Anziehen, bis der Schlüssel auslöst.
Der Klick ist dabei keine automatische Abschaltung wie bei einer Rutschkupplung. Er signalisiert lediglich, dass das vorgesehene Drehmoment erreicht wurde und die Kraft nicht weiter erhöht werden sollte. Wer nach dem ersten Auslösen bewusst erneut kräftig nachzieht, kann die Verbindung stärker belasten als vorgesehen.
Bei mehreren Schrauben an einem Bauteil kann zusätzlich eine vorgegebene Anzugsreihenfolge wichtig sein. Radschrauben werden beispielsweise üblicherweise nicht einfach der Reihe nach rund um das Rad endgültig festgezogen, sondern nach den Vorgaben des Herstellers beziehungsweise in einer geeigneten Über-Kreuz-Reihenfolge. Bei Motor-, Maschinen- oder Fahrradbauteilen können wiederum eigene Sequenzen oder mehrere Anzugsstufen vorgeschrieben sein.
Die häufigsten Fehler beim Einstellen und Benutzen
Viele Probleme entstehen nicht durch einen defekten Schlüssel, sondern durch kleine Gewohnheiten während der Anwendung. Wer die folgenden Punkte vermeidet, reduziert die Wahrscheinlichkeit von falschen Einstellungen und unnötigen Belastungen des Werkzeugs deutlich. Besonders bei sicherheitsrelevanten Verschraubungen sollte Genauigkeit immer Vorrang vor Geschwindigkeit haben.
- Sollwert nur schätzen statt Herstellerangabe prüfen.
- Nm und lbf·ft beziehungsweise ft·lb verwechseln.
- Griff verstellen, ohne vorher die Arretierung zu lösen.
- Haupt- und Feinskala falsch addieren.
- Einen Wert außerhalb des Messbereichs einstellen.
- Ruckartig am Werkzeug ziehen.
- Nach dem ersten Auslösen weiterziehen.
- Drehmomentschlüssel als normales Werkzeug zum Lösen festsitzender Schrauben verwenden.
- Werkzeug nach der Arbeit dauerhaft stark gespannt lagern.
- Einen heruntergefallenen oder überlasteten Schlüssel ungeprüft weiterverwenden.
Warum Sie den Drehmomentschlüssel nicht zum Lösen verwenden sollten
Ein Drehmomentschlüssel ist in erster Linie ein Präzisions- beziehungsweise Messwerkzeug zum kontrollierten Anziehen. HAZET empfiehlt ausdrücklich, ihn nicht zum Lösen von Schrauben zweckzuentfremden, sondern dafür geeignetes Werkzeug zu verwenden. Hohe Losbrechkräfte bei festsitzenden Schrauben können die Messmechanik unnötig beanspruchen.
Verwenden Sie zum Lösen deshalb beispielsweise eine geeignete Ratsche, einen Knebel oder ein anderes für diesen Zweck vorgesehenes Werkzeug. Nachdem die Verbindung gelöst beziehungsweise handfest vorbereitet wurde, kommt der Drehmomentschlüssel erst beim kontrollierten finalen Anziehen zum Einsatz. Das schützt das Werkzeug und trennt grobe Montagearbeiten von der eigentlichen Drehmomentkontrolle. Bei größeren Vorhaben rund um Hausbau, Anbau und Sanierung lohnt es sich deshalb, beide Werkzeugarten von vornherein getrennt bereitzulegen.
Welches Drehmoment brauchen Radschrauben am Auto?
Für Radschrauben gibt es keinen einzigen Nm-Wert, der für jedes Fahrzeug verwendet werden kann. Abhängig von Fahrzeugmodell, Rad, Befestigungssystem und Felge gelten unterschiedliche Vorgaben, die deshalb immer in den zugehörigen Unterlagen kontrolliert werden sollten. Eine allgemeine Tabelle mit vermeintlich universellen Anzugsmomenten kann die fahrzeugbezogene Herstellerangabe nicht ersetzen.
AUTO BILD nennt bei Pkw zwar einen häufig anzutreffenden Bereich von etwa 110 bis 140 Nm, weist aber zugleich auf eine deutlich größere mögliche Spannweite hin. Diese Zahlen eignen sich daher nicht dazu, den Wert eines konkreten Fahrzeugs zu erraten. Entscheidend bleibt der vom Fahrzeug- oder Felgenhersteller vorgegebene Sollwert.
Was ist bei digitalen Drehmomentschlüsseln anders?
Digitale Modelle benötigen normalerweise keine mechanische Kombination aus Haupt- und Feinskala. Stattdessen wird der Sollwert über Tasten oder ein Menü gewählt und auf einem Display angezeigt. Beim Erreichen des Zielmoments können je nach Modell akustische, optische oder fühlbare Signale verwendet werden.
Auch bei einem digitalen Modell gilt jedoch, dass der konkrete Bedienablauf vom Hersteller abhängt. Ein frei erfundener Universalablauf wäre deshalb weniger zuverlässig als die Anleitung des konkreten Geräts. Prüfen Sie vor der Arbeit außerdem Batteriestand, Einheit, Messbereich und eingestellten Sollwert.
Drehmomentschlüssel nach dem Gebrauch richtig zurückstellen
Nach der Arbeit sollte ein mechanischer, federbelasteter Klick-Drehmomentschlüssel entsprechend seiner Herstelleranleitung entspannt werden. In der Praxis bedeutet das bei vielen Modellen, den Einstellwert auf den niedrigsten zulässigen Skalenwert zurückzudrehen. Drehen Sie den Mechanismus dabei nicht gewaltsam unter den vorgesehenen Mindestwert.
Diese Vorgehensweise reduziert eine unnötige dauerhafte Federvorspannung während der Lagerung. Bewahren Sie den Schlüssel außerdem trocken, geschützt und möglichst in seinem Koffer beziehungsweise seiner vorgesehenen Verpackung auf. Stöße und Stürze sollten vermieden werden, weil es sich um ein Präzisionswerkzeug handelt. Wer wenig Stauraum hat, findet in unseren Beiträgen zum Wohnen und Einrichten auf kleiner Fläche Anregungen für eine geordnete Werkzeugaufbewahrung.
Wie oft sollte ein Drehmomentschlüssel kalibriert werden?
Die Genauigkeit eines Drehmomentschlüssels sollte nicht unbegrenzt vorausgesetzt werden. HAZET orientiert sich bei seinen Empfehlungen an DIN EN ISO 6789:2017 und nennt eine Überprüfung beziehungsweise Rekalibrierung nach einem Jahr, nach 5.000 Belastungen oder nach einer Überlastung. Bei intensiver Nutzung oder erhöhten Sicherheits- und Qualitätsanforderungen können kürzere Intervalle sinnvoll sein.
Für private Nutzer bedeutet das nicht, dass jeder Schlüssel automatisch genau an einem bestimmten Kalendertag unbrauchbar wird. Herstellerangaben, Nutzungshäufigkeit, Belastung und Zustand des Werkzeugs müssen gemeinsam betrachtet werden. Nach einem Sturz, einer deutlichen Überlastung oder auffälligem Auslöseverhalten ist eine fachgerechte Prüfung besonders sinnvoll.
Einstellen, Kalibrieren und Justieren sind nicht dasselbe
Das alltägliche Drehmomentschlüssel-Einstellen bezeichnet lediglich die Auswahl des benötigten Sollwerts vor einer Schraubarbeit. Eine Kalibrierung prüft dagegen, wie genau das Werkzeug tatsächlich misst beziehungsweise auslöst, und dokumentiert die Abweichung. Eine Justierung verändert die Einstellung des Werkzeugs selbst, um eine festgestellte Abweichung zu korrigieren.
Diese Begriffe sollten vor allem dann getrennt werden, wenn ein Schlüssel auffällig arbeitet. Ein Anwender kann problemlos für jede Arbeit einen neuen Nm-Sollwert einstellen, ohne damit die eigentliche Messgenauigkeit des Geräts zu verändern. Bei Zweifeln an der Genauigkeit ist daher eine fachgerechte Prüfung sinnvoller als ein eigenmächtiger Eingriff in die Mechanik.
Häufige Fragen zum Drehmomentschlüssel einstellen
Wie stelle ich einen Drehmomentschlüssel richtig ein?
Lösen Sie zunächst die Verriegelung und stellen Sie anschließend den benötigten Grundwert über die Hauptskala ein. Ergänzen Sie den fehlenden Wert über die Feinskala und verriegeln Sie den Griff danach wieder. Kontrollieren Sie vor dem Anziehen noch einmal den Gesamtwert und die verwendete Einheit.
Wie lese ich die Skala eines Drehmomentschlüssels ab?
Bei vielen mechanischen Modellen wird zuerst der Wert auf der Hauptskala betrachtet und anschließend der auf der Feinskala eingestellte Zusatzwert hinzugerechnet. Welche Zahlen tatsächlich addiert werden müssen, hängt von der Skalenteilung des konkreten Modells ab. Die Bedienungsanleitung zeigt deshalb verbindlich, wie die Markierungen Ihres Schlüssels gelesen werden.
Wie oft muss ein Drehmomentschlüssel klicken?
Bei einem auslösenden Klick-Drehmomentschlüssel reicht das erste ordnungsgemäße Auslösen beim kontinuierlichen Anziehen. Sobald das Signal kommt, sollte die Bewegung beendet werden, statt erneut bewusst nachzuziehen. Mehrfaches „Nachknacken zur Sicherheit“ verbessert die Genauigkeit nicht und kann das vorgesehene Anzugsmoment überschreiten.
Muss ich den Drehmomentschlüssel nach der Benutzung auf null stellen?
Bei vielen mechanischen Modellen sollte die Feder nach dem Gebrauch entlastet werden, allerdings bedeutet das nicht automatisch, dass der Schlüssel gewaltsam auf 0 Nm gedreht werden darf. Stellen Sie ihn auf den vom Hersteller vorgesehenen niedrigsten Skalenwert zurück. Die Anleitung Ihres konkreten Modells bleibt dafür die maßgebliche Vorgabe.
Kann ich mit dem Drehmomentschlüssel Schrauben lösen?
Für festsitzende Schrauben sollten Sie besser ein dafür vorgesehenes Werkzeug verwenden. HAZET bezeichnet den Drehmomentschlüssel als Messinstrument und rät von einer Zweckentfremdung zum Lösen ab. Erst für das kontrollierte Anziehen auf den vorgeschriebenen Sollwert kommt der Drehmomentschlüssel wieder zum Einsatz.
Was tun, wenn der Drehmomentschlüssel sofort klickt?
Prüfen Sie zuerst, ob die Schraube möglicherweise bereits stärker als der eingestellte Sollwert angezogen ist. Kontrollieren Sie außerdem Einstellung, Einheit und Arbeitsbereich des Schlüssels, bevor Sie weiterarbeiten. Bei sicherheitsrelevanten Verschraubungen sollten Sie nicht einfach einen höheren Wert einstellen, nur um ein späteres Klicken zu erzwingen.
Kann ich jeden Drehmomentschlüssel für Linksgewinde verwenden?
Nein, das sollte nicht automatisch angenommen werden. HAZET weist beispielsweise darauf hin, dass seine mechanischen Drehmomentschlüssel für den Rechtsanzug kalibriert sind und für bestimmte Linksgewinde geeignete Konstruktionen beziehungsweise Einstecklösungen erforderlich sind. Prüfen Sie deshalb vor einem Linksanzug ausdrücklich die Herstellerfreigabe Ihres Modells.
Fazit: Erst den richtigen Wert finden, dann präzise einstellen
Wer einen Drehmomentschlüssel richtig einstellen möchte, braucht im Kern nur drei Dinge: den verbindlichen Sollwert, ein korrektes Verständnis der Skala und eine kontrollierte Arbeitsweise. Haupt- und Feinskala werden entsprechend der Bedienungsanleitung auf den benötigten Nm-Wert eingestellt, danach wird die Einstellung gesichert und die Schraube gleichmäßig bis zum ersten Auslösen angezogen. Nach der Arbeit wird ein mechanischer Schlüssel auf den vorgesehenen Mindestwert zurückgestellt und geschützt gelagert.
Besonders wichtig ist, den Drehmomentwert niemals aus einem allgemeinen Beispiel zu übernehmen, wenn eine konkrete Herstellerangabe verfügbar ist. Das gilt beim Auto ebenso wie bei Fahrrädern, Maschinen und empfindlichen Bauteilen. So wird der Drehmomentschlüssel tatsächlich zu dem, was er sein soll: ein Werkzeug für reproduzierbares und kontrolliertes Anziehen.
